Warum essen die Menschen gerne scharf?
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Warum essen die Menschen gerne scharf?

Zahlreiche Genießer lieben die Schärfe im Essen. Die Wärme und der Schmerz, die es verursacht, sind nicht für jedermann unangenehm, ganz im Gegenteil. Das liegt an den Glückshormonen, die der Körper als Reaktion auf den Stress ausschüttet. Dabei handelt es sich bei der Schärfe ursprünglich um eine Abwehrreaktion der Pflanzen. Sie soll Feinde davon abhalten zu gefräßig zu werden. Verspürt der Feind beim Fressen Schmerzen wird er aufhören, weiter an der Pflanze zu knabbern. So verliert er auch in Zukunft sein Interesse.

Abwehrwaffe gegen Feinde

Die Schärfe richtet sich allerdings nur gegen Säugetiere, nicht gegen Vögel. Diese können ruhig die Früchte fressen und über ihre Ausscheidungen die Samen weiterverbreiten. So sorgt die Pflanze dafür, dass sie sich auch in Zukunft vermehren kann. Diese durchdachte Abwehrreaktion funktioniert allerdings beim Menschen nur bedingt. Er hat den Chili längst als Genussmittel entdeckt. Schärfe bringt Abwechslung ins kulinarische Leben. Das haben die Menschen schon vor langer Zeit festgestellt. Nicht umsonst würzen sie ihr Essen mit Ingwer, Pfeffer, Senf und eben auch den Chilis. Ob man die Schärfe tatsächlich schätzt oder nicht, ist allerdings reine Gewöhnungssache. Wer regelmäßig scharf ist, gewöhnt sich schnell daran. Dabei ist es wichtig am Beginn nicht zu übertreiben, sondern die Dosis langsam zu steigern.

Chilis haben den Kick

Der Stoff, aus dem in den Chilis die Träume sind, heißt Capsaicin. Er ist ausschließlich in den Chilis vorhanden und löst die Schmerzreaktion im Körper aus. Dieser reagiert mit zahlreichen Aktionen. Die Durchblutung wird angeregt, man beginnt zu schwitzen und erhält zur Beruhigung Glückshormone verabreicht. Sofort fühlt man sich besser. Diesen Kick suchen Menschen, die scharfes Essen lieben. Trotz dieser körpereigenen Reaktionen ist scharfes Essen nicht ungesund, ganz im Gegenteil. Es gibt mittlerweile zahlreiche, wissenschaftlich bewiesene, positive Auswirkungen. Scharfes Essen regt den Kreislauf an, hilft bei Herz- und Kreislauferkrankungen und wird sogar verstärkt in der Krebsforschung unter die Lupe genommen. Hat man einmal etwas zu viel an Schärfe erwischt, wäre wohl die erste Reaktion darauf, etwas Wasser zu trinken. Doch das erweist sich als vollkommen falsch. Capsaicin, der Inhaltsstoff, der für die Schärfe in den Chilis verantwortlich ist, kann nicht mit Wasser aufgelöst werden. Ganz im Gegenteil, mit Wasser verteilt sich die Schärfe nur noch mehr im Körper.

Chilis haben den Kick
Chilis haben den Kick

Hier hilft am besten Kälte. Sie kühlt die Mundschleimhaut. Milchprodukte und deren Fett können das Capsaicin lösen und sind daher ein gutes Gegenmittel gegen eine Überdosis Schärfe. Selbst trockenes Brot hilft ein wenig. Die ganz harten Chili-Esser warten einfach ab, der Reiz verschwindet mit der Zeit, bis dahin heißt es allerdings leiden. Ganz besonders vorsichtig sollte man bei der Zubereitung sein. Hier gilt es regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen. Ganz anders wirken da schon die anderen bekannten Scharfmacher, wie Pfeffer oder Wasabi. Ihre Senföle verflüchtigen sich sehr schnell. Deshalb steigt einem beispielsweise bei Wasabi die Schärfe sofort in die Nase, diese verschwindet aber bald wieder. Die scharfen Schoten wirken also wie eine Art Naturdroge. Viele von uns können von dessen Wirkung nicht genug bekommen.

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