Das sind die schärfsten Chilis der Welt
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Das sind die schärfsten Chilis der Welt

Wer selbst schon einmal ohne Vorwarnung auf eine scharfe Chili gebissen hat, kann in etwa erahnen, was der Genuss der schärfsten Chilis der Welt für Auswirkungen hat. Verantwortlich dafür ist der Chili-Bestandteil Capsaicin. Diese Säure aktiviert die Wärme- und Schmerzrezeptoren der Nerven im Mund. Die Reizung der Nervenzellen führt zu einer verstärkten Durchblutung im Körper, dadurch kommt es zur Rötung der Haut und einer Erwärmung. Die Schärfe von Chilis wird mit der sogenannten Scoville-Skala gemessen. Diese geht auf den amerikanischen Pharmakologe Wilbur Scoville zurück. Seine Tests bestimmen den Schärfegrad. Dieser beginnt bei 0 und reicht bis zu einem Wert von 16 Millionen.

Wales hat die Pole-Position

Der derzeit schärfste Chili der Welt kommt nicht etwa aus Mittel- oder Südamerika, sondern ausgerechnet aus Wales. Die Züchtung entstand eher durch Zufall. Sie ist so scharf, dass sie für Menschen nicht genießbar ist. Der Drachen-Atem-Chili aus Wales erreicht auf der Scoville-Skala einen Schärfegrad von 2,48 Millionen. Gezüchtet hat sie der Gärtner Mike Smith aus Denbighshire in Wales. Sie profitierte von einem Spezialdünger von der Nottingham-Trent-Universität, dieser ließ die Pflanze über sich hinauswachsen. Dieser rot-orangene Chili ist sehr klein, aber extrem stark. Zum Verzehr ist er nicht geeignet, er wird vor allem in der Medizin als Betäubungsmittel für Allergiker eingesetzt.

Der Name sagt bereits alles

Platz zwei in der Liste der schärfsten Chilis nimmt der Carolina Reaper aus South-Carolina ein. Er erreicht einen Schärfegrad von 2,2 Millionen. Jahrelang lag er an der Spitze dieser Liste. Der Carolina Reaper wurde aus der indischen Sorte Bhut jolokia und einer roten Habanero gezüchtet. Ihr „Schöpfer“ war Ed Currie, der Inhaber der PuckerButt Pepper Company aus Fort Mill. Der vollständige Name lautet daher Smokin’ Ed’s Carolina Reaper. Der Geschmack der Schote ist fruchtig süß, bevor sich eine brutale Schärfe ihren Weg in den Rachen bahnt und im ganzen Körper spürbar wird. Er ist nur mit äußerster Vorsicht zu genießen und für erfahrene Chili-Kenner zu empfehlen.

Der Skorpion sticht zu

Der Skorpion sticht zu
Der Skorpion sticht zu

Aus der Karibik stammt der Trinidad Moruga Scorpion. Er ist in Trinidad Tobago heimisch und zeichnet sich, so wie alle Vertreter aus dieser Pflanzenfamilie, durch einen extrem hohen Schärfegrad aus. Diese Chilis finden sich in der Liste der schärfsten Chilis der Welt mehrfach. Der Trinidad Moruga Scorpion war bis zum Jahr 2013 der schärfste Chili der Welt, bevor er von der Caroline Reaper überholt wurde. Diese Frucht ist so groß wie ein Golfball und ebenfalls fruchtig süß. Hier sticht der namensgebende Skorpion sofort zu. Die Schärfe, die sich dabei entfaltet, ist überwältigend. Auch dieser Chili sollte nur mit großer Vorsicht genossen werden.

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Manche Menschen meiden Chilis so gut es nur geht, andere lieben die Schärfe im Essen über alles. Unsere super scharfen Schoten eignen sich dafür allerdings nicht wirklich. Wer sich zukünftig an schärfere Chilis herantrauen möchte, sollte seine Geschmacksnerven trainieren. Regelmäßiges scharfes Essen steigert die Toleranzgrenze. Die Geschmacksnerven gewöhnen sich allmählich daran und man kann die verschiedenen Nuancen der Chilis erschmecken.